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Keine Aussicht auf Nachhaltigkeit:
In der Vergangenheit wurde immer wieder erfolglos versucht, den verschlammten, relativ nutzlosen Schiederstausee vor der natürlichen Verlandung zu retten. Durch die aktuell angestrebten steuergeldfinanzierten Baumaßnahmen "Umflutung" und "Ausbaggern" versprechen sich die Betreiber den schnellen Sterbeprozess des Emmerstausees hinauszögern zu können. Die geplanten Ausgaben, hier sind zweistellige Millionenbeträge (Steuergeld) angesetzt, sind im Hinblick auf die Rekordverschuldung der öffentlichen Hand nicht verantwortbar.

DAHER IST DIE BAUMAßNAHME "UMFLUT SCHIEDERSEE" IM FRÜHJAHR 2011 AUF EIS GELEGT WORDEN, ERSTE ANGEBOTE VON BAUFIRMEN BEZIFFERN DIE UMBAUKOSTEN AUF ÜBER 40 MILLIONEN EURO.

Im Februar 2012 soll trotz der hohen Kosten mit dem Bau des Sperrdamms zur Kanalisierung des Emmerflusses begonnen werden. Zur Finanzierung geht man den Weg über Neuverschuldung.
Die Gesamtverschuldung in NRW stieg in den letzten 3 Jahren um 10,2 von 124,4 auf 134,6 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

Hinweis:
  • Preisbewusste See-Besucher parken kostenlos am Schiedersee in der Straße "Im Emmertal" (Navi und/oder Ausschilderung Schulzentrum) bzw. in der angrenzenden Siedlung.

  • Ebenso günstig geht's unweit des Sees am "Hotel-Reataurant Fischanger" (Fahrtrichtung Bad Pyrmont), wo man über einen kurzen, wunderschönen Waldweg zur Staumauer gelangt. Hier wandert man entlang dieser Befestigung, passiert das Wasserkraftwerk und erreicht damit den schönsten, beschaulichsten Teil des Sees.

Lassen wir den See in Ruhe, je weniger zerstört wird, je weniger Steuergelder werden sinnlos in diesen Schlamm gesteckt.
Das Experiment Schiedersee ist gescheitert, da unbezahlbar. Eine kostenlose, natürliche Verlandung des Stausees ist angesagt.

Mehrere Millionen Euro öffentlicher Gelder wurden für das notwendige Ausbaggern zum Erhalt des Stausees immer wieder ausgegeben - jetzt aber soll dieser in einer als 'Umflut' bezeichneten Baumaßnahme zum stehenden Schrumpfgewässer umgestaltet werden.
Informationen zum Text
Schrumpfgewässer

Zu den Sanierungspänen für den Schieder-See.

Als langjähriges Mitglied im Segelclub Schieder Emmersee (SCSE) erinnere ich mich an achtziger Jahre, mit welcher die Euphorie damals die EHZ (Erholungszentrum) - vergesellschaftet mit dem Landesverband Lippe, dem Kreis und der Stadt Schieder-Schwalenberg, das Millionen Projekt Emmerstausee bewarb: Mit Fördergeldern der Landesregierung sollte der Hochwasserschutz für den Unterlauf der Emmer erreicht, Energie durch ein Kraftwerk gewonnen, vor allen Dingen sollte aber die strukturschwache Region durch ein Zentrum für Freizeit aufgewertet werden.

Dadurch entstand, wie gewünscht, ein wassersportlicher Boom am See. Surfer und Segler belebten die Wasserfläche, die Liegeplätze waren anfänglich kontingentiert, fünf Vereine entstanden, Clubhäuser wurden errichtet, es gab sogar Wartezeiten für Neuaufnahmen.

Als der SCSE dann vor etwa 10 Jahren einen Pachtvertrag zu ändern suchte, wurde er noch mit der Betreibergesellschaft EHZ zurechtgewiesen. Durch eine Fehlplanung in der Anlage des Sees - ein gesparter Vorfluter - wuchsen die Nachfolgekosten durch zunehmende Verschlammung immer mehr an. So musste er alle 6 Jahre ausgebaggert werden. In der Folge ließen die wassersportlichen Aktivitäten durch die zurückgehende Attraktivität des Sees erheblich nach, den Vereinen wurde immer weniger Aufmerksamkeit geschenkt, und überhaupt gab der See nicht mehr das her, wofür er ursprünglich konzipiert wurde. Dann versuchte man in den letzten Jahren, hier mit einer vermehrten Kommerzialisierung Abhilfe zu schaffen.

Inzwischen kämpfen die Vereine mit immer größer werdenden Problemen - Austritte, weniger Neuzugänge, Kostenvermehrung. Das neulich in der LZ gepriesene Wasserkraftwerk ist nach den Vorstellungen des Vorgutachtens zur Umflutung wegen Unrentabilität trockenzulegen, die anfängliche allgegenwärtige Betreibergesellschaft ist verstimmt, der Landesverband hält sich zurück, der Investor am See scheint mal Pächter dann Käufer zu sein, die Stadt Schieder hält quasi den Buckel hin, und der Kreis hat in dem Wirrwarr das Sagen und Planen an sich genommen.

Er will nun vorgeblich den See durch ein Konzept der Emmerumflutung am nördlichen Seeufer für etwa 10 Millonen Euro sanieren. Durch die Erfüllung der FFH-Richtlinien erhofft er sich wieder Förder-/Steuergelder von NRW in Höhe von 80 Prozent der Gesammtkosten.

Diese Umflutungsmaßnahmen werden den See, um ein Drittel verkleinert und im Sommer durch üppiges Wasserpflanzenwachstum verstopft, zum Schrumpfgewässer verkommen lassen, in dem jede wassersportliche Unternehmung zum Erliegen kommen wird. Die Vereine versuchen sich noch in Interessengemeinschaften zu wehren. Dennoch bleibt all das auf der Strecke, was noch vor gut zweieinhalb Jahrzehnten angeregt werden sollte.

Wo bleibt die Kontinuität? Denn entweder ist damals falsch entschieden worden, oder die aktuellen Planungen laufen in eine verkehrte Richtung.


Gefunden in: Lippische Landes-Zeitung, Sa/So 4/5 Febr. 2006 Nr.30/5, Seite 61, Leserbrief

Zwischen den Gemeinden Harzberg und Schieder wurde der Emmerfluss durch einen ca. 8 Meter hohen Erdwall künstlich aufgestaut. So entstand im Jahr 1983 ein ca. 2,4 km langer See, um den ein befestigter Wanderweg angelegt wurde. Drei kleine Restaurants wurden in Ufernähe errichtet und im weiteren Verlauf dann am Südufer die Freizeitanlage "Funtastico", ein kommerziell betriebener Spielplatz eines privaten Investors. Für See-Besucher, die mit dem Fahrzeug anreisen, steht ein kostenpflichtiger Parkplatz am See bereit. Im Jahr 1996 wurde an der Staumauer ein Wasserkraftwerk in Betrieb genommen. Dieses speist seither ca. 1300 MWh / Jahr ins öffentliche Stromnetz.

Anfängliche Erwartungen, den See für Wassersportaktivitäten in großem Ausmaß zu nutzen, erfüllten sich nicht. Da auf dem See besonders ungünstige Windverhältnissen herrschen, finden Segler kein ideales Segelrevier vor. Zudem ist Wind-Surfen aufgrund wiederholt ausgesprochener Badeverbote wegen schwerer Verunreinigungen des Wassers zeitweilig untersagt.

Den Emmerstausee in seiner jetzigen Form als Wasserspeicher bei Hochwasser zu nutzen, um flussabwärts gelegenen Gemeinden vor Überschwemmungen zu schützen, hat nicht funktioniert; bis heute ist dort eine Verbesserung der Hochwassersituation nicht messbar gewesen. Die mögliche Wasser-Aufstaumenge im relativ flachen, verlandeten See ist im Vergleich zu den in Hochwasserzeiten anfallenden Wassermassen hier einfach zu gering.
Um den Stausee vor weiterer Sedimentation zu schützen, soll der Emmerfluss in einem künstlich angelegtem Kanal jetzt am See vorbeigeleitet werden und nicht mehr durch den See fließen. Diese sogenannte "See Umflutung" wird die Wassersituation am Emmerfluss aber erneut entscheidend verändern. Die bei Unwettern, Starkregen oder Schneeschmelze anfallenden Wassermassen gelangen dann nicht mehr wie aktuell in den See und die ehemaligen natürlichen gewachsenen Überschwemmungsflächen (Hochwasserrückhalteareale, Auen), sondern werden ungebremst auf kürzestem Weg direkt in die Überschwemmungsgebiete vor Lügde geleitet. Die dann tiefer liegende Altstadt des Ortes und der jetzt neu erbaute Autotunnel unmittelbar in Flusshöhe gelegen, werden zwangsläufig geflutet (-> Am 30.09.2007 Hochwasser am Emmerfluss mit komplett geflutetem Tunnel.)
  • Aufgrund dieser Kanalisierung des Emmerflusses plant man jetzt in den Emmerwiesen an der Harzberger Straße in Höhe der -brücke (zwischen Schiedersee und Lügde gelegen) einen gewaltigen Deich zu errichten. Dieser soll anfallendes Hochwasser vor Lügde großflächig aufstauen (Rückhaltebecken).
Man hat beim Bau des Sees ein bei Stauseen dieser Art unbedingt notwendiges Vorflut-Becken, in dem sich Fluss-Sedimente absetzen und abgeschöpft werden können, nicht gebaut. Mit dem jetzt ständigen Eintrag von Schwebstoffen in den See verflacht dieser zusehens, eine völlige Verlandung ist zwangsläufig die Folge.
Um den Stausee in der jetzigen Form zu erhalten, wird er alle 3 bis 4 Jahre aufwendig ausgebaggert, der See ist damit eine Dauerbaustelle. Diese ständigen Eingriffe in natürliche Abläufe im See und die fragwürdige Entsorgung des kontaminierten See-Schlamms auf einer hierzu einfach zur Sondermüll deklarierten landwirtschaftlichen Fläche sind ökologisch gesehen ein Desaster. Die Kosten für das Absaugen von Schlamm aus dem See im Frühjahr 2004 beliefen sich auf mehrere Millionen Euro. Bei dieser Maßnahme, ca. 450000 qm Schlamm wurden dem See entnommen, wurde nicht einmal der gesamte See vollständig entschlammt, sondern lediglich eine Fahrrinne für das private Motorschiff "SchiederSee" angelegt.
Die für diese Maßnahmen notwendigen Gelder sollen nach dem Willen der Verantwortlichen, das sind die Stadt Schieder, der Kreis Lippe und der Landesverband Lippe, auch weiterhin vom Steuerzahler aufgebracht werden. - Die See-Unterhaltskosten sind nicht durch Einnahmen aus dem relativ bescheidenen Fremdenverkehr gedeckt. Der Emmerstausee ist damit aus ökonomischer Sicht ein Faß ohne Boden und sogesehen eine effektiv arbeitende Geldvernichtungsanlage.

Die Tatsache, dass Stauseen sich naturgemäß in einem ständigen Verlandungsprozess befinden, gilt es auch am Emmerstausee zur Kenntnis zu nehmen. Es ist daher das Gebot der Stunde verantwortungsvoll mit Steuergeld umzugehen und erneute kaum erfolgversprechende Kraftanstrengungen gegen die zwangsläufige Verlandung eines relativ nutzlosen Sees jetzt zu beenden. - Damit würde auf natürliche Weise und ohne jegliches Zutun aus der jetzigen Seefläche langfristig betrachtet ein wertvolles Biotop.

Problembereiche am Emmerstausee:
  1. Bedrohung des Gewässerzustands u.a. durch natürliche Verlandung und unaufhaltsames Pflanzenwachstum im überdüngten Seewasser
  2. Flächenverbrauch durch eine kommerzielle Freizeitvermarktungsfirma, die sich mit fragwürdigen, lautstarken Fun-Angeboten um den See herum breitgemacht hat, ferner die anvisierten 250 Ferienhäuser an den Wohnsiedlungen, die den massiven Protest der Bevölkerung bereits ausgelöst hat.
  3. unzureichendes Verständnis für zwangsläufige Abläufe in der Natur bei Planern und Betreibern (Hochwasserproblematik, Auenlandschaften)
  4. Fehlen eines vertretbaren nachhaltigen Konzepts im Umgang mit Naturressourcen; kurz gesagt: was soll mit dem See und den ihn umgebenen Flächen langfristig geschehen? (z.B. Pleite des Investors)
  5. Eine genaue Kosten- Nutzungsanalyse zur Seenutzung verbietet jegliche Investition aus Steuermitteln zum Unterhalt des Stausees. Die Praxis hat gezeigt, dass alle bisher durchgeführten kostenintensiven Maßnahmen zum Erhalt des Sees schon nach kurzer Zeit wirkungslos verpufft sind. - Der Kreis Lippe z.B. hat aktuell 0,17 Milliarden Schulden. - Erneut Steuergeld in den Schiedersee zu pumpen wäre ein verantwortungsloser Beitrag zur Erhöhung der Neuverschuldung unseres Staates.
  6. Die angesprochenen "Umflutungsmaßnahmen" bewirken unüberschaubare Folgeprobleme, u.a. das Entstehen eines gefährlichen sauerstoffarmen, mückenreichen Brach-Tümpels, weiterhin Wasserpflanzen und eine Verschärfung der Hochwassersituation weiter flussabwärts, in Lügde, Bad Pyrmont, was weitere Baumaßnahmen zur Folge haben wird (s.o.: Bau von Rückhaltebecken).
Welche Maßnahmen sind geplant?
  1. Weitere möglicherweise gewinnbringenden ("Fun"-)Flächen, die den See umschließen, werden an private Investoren verkauft, wobei die kostspielige und aufwendige Instandhaltung des Schiedersees aber weiterhin mit öffentlichen Geldern erfolgen soll.
  2. Seeumbau: Die sogenannte "Eingebettete Umflutungsmaßnahme" soll bis 2014 durchgeführt werden. Hier wird der Stausee mangels zur Verfügung stehender Fläche zunächst um ca. 1/3 verkleinert. Auf der damit gewonnenen Fläche soll der Emmerfluss in einem künstlichen Kanal am See vorbei geführt werden. Um den verbleibenden Restsee vor dem Austrocknen zu schützen, wird er zukünftig über den nach dem Großbrand in Schieder-Schwalenberg mit Chemikalien verseuchen Niesefluss, dieser führt ca. 1/5 der Wassermenge des Emmerflusses, mit Wasser, Sediment und giftigen chemischen Stoffen versorgt. Diese zunächst auf über 14 Millionen Euro veranschlagte und fälschlicher Weise als "Renaturierung" bezeichnete Maßnahme soll aus Steuermitteln der Wasserwirtschaft NRW bezahlt werden.
    An dem vom Fremdenverkehrszirkus umgebenen und ständig mit schwerem Gerät durchgewühlten Schlammsee ist schon jetzt nichts Natürliches und Erhaltenswertes mehr, was hier diese finanzielle Förderung von Renaturierungsmaßnahmen rechtfertigen könnte. - Im Gegenteil, nur wenn man den See sich selbst überlässt, kann sich - langfristig gesehen - wieder ein natürliches Ökosystem einstellen.
  3. Das jetzt ca. 15 Jahre alte wirtschaftlich arbeitende Wasserkraftwerk soll im Zuge der Flußkanalisierung ("Umflutung Schiedersee") dauerhaft außer Betrieb genommen oder sogar abgerissen werden.

  4. Der von den Behörden beabsichtige Verkauf des Schiedersees und die ihn umgebenen Flächen und Gebäude bestätigt, wie hoffnungslos es um die Wirtschaftlichkeit des Stausees aktuell bestellt ist. Wie es heisst, soll es sogar einen "Verkaufsmanager" für den SchiederSee geben. U.a. will er 250 Ferienhäuser und einen Erlebnispark in den feuchten Wiesen am Emmerfluß mit dem Geld von möglichen Geldgebern errichten lassen.

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