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Keine Aussicht auf Nachhaltigkeit:

In der Vergangenheit wurde immer wieder erfolglos versucht, den verschlammten, relativ nutzlosen Schiederstausee vor der natürlichen Verlandung zu retten.

Durch die komplett durch Neuverschuldung finanzierten Baumaßnahmen "Umflutung" und "Ausbaggern" versprechen sich die Betreiber den natürlichen schnellen Sterbeprozess des Emmerstausees hinauszögern zu können.

Die geplanten Ausgaben, hier sind zweistellige Millionenbeträge angesetzt, sind im Hinblick auf die Rekordverschuldung der öffentlichen Hand nicht verantwortbar. DAHER IST DIE BAUMAßNAHME "UMFLUT SCHIEDERSEE" IM FRÜHJAHR 2011 AUF EIS GELEGT WORDEN, ERSTE ANGEBOTE VON BAUFIRMEN BEZIFFERN UMBAU- und FOLGEKOSTEN AUF CA. 40 MILLIONEN EURO.

Aktuell:
Parken:

Die Situation:

Lassen wir den See in Ruhe, je weniger zerstört wird, desto weniger Steuergelder werden sinnlos in diesen Schlamm gesteckt. Das Experiment Schiedersee ist gescheitert, da unbezahlbar.

Mehrere Millionen Euro öffentlicher Gelder wurden für das notwendige Ausbaggern zum Erhalt des Stausees immer wieder ausgegeben - jetzt wird dieser in einer als 'Umflut' bezeichneten Baumaßnahme zum stehenden Schrumpfgewässer umgestaltet.

Zwischen den Gemeinden Harzberg und Schieder wurde der Emmerfluss durch einen ca. 8 Meter hohen Erdwall künstlich aufgestaut. So entstand im Jahr 1983 ein ca. 2,4 km langer See, um den ein befestigter Wanderweg angelegt wurde. Drei kleine Restaurants wurden in Ufernähe errichtet und im weiteren Verlauf dann am Südufer die Freizeitanlage "Funtastico", ein kommerziell betriebener Spielplatz eines privaten Investors. Für See-Besucher, die mit dem Fahrzeug anreisen, steht ein kostenpflichtiger Parkplatz am See bereit. Im Jahr 1996 wurde an der Staumauer ein Wasserkraftwerk (Leistung 1300 MWh / Jahr) in Betrieb genommen. Im Zuge der Flußkanalisierung wurde die Anlage 2014 abgeschaltet.

Anfängliche Erwartungen, den See für Wassersportaktivitäten in großem Ausmaß zu nutzen, erfüllten sich nicht. Da auf dem See besonders ungünstige Windverhältnissen herrschen, finden Segler kein ideales Segelrevier vor. Zudem ist Wind-Surfen aufgrund wiederholt ausgesprochener Badeverbote wegen schwerer Verunreinigungen des Wassers zeitweilig untersagt.

Den Emmerstausee in seiner jetzigen Form als Wasserspeicher bei Hochwasser zu nutzen, um flussabwärts gelegenen Gemeinden vor Überschwemmungen zu schützen, hat nicht funktioniert; bis heute ist dort eine Verbesserung der Hochwassersituation nicht messbar gewesen. Die mögliche Wasser-Aufstaumenge im relativ flachen, verlandeten See ist im Vergleich zu den in Hochwasserzeiten anfallenden Wassermassen hier einfach zu gering.
Um den Stausee vor weiterer Sedimentation zu schützen, soll der Emmerfluss in einem künstlich angelegtem Kanal jetzt am See vorbeigeleitet werden und nicht mehr durch den See fließen. Diese sogenannte "See Umflutung" wird die Wassersituation am Emmerfluss aber erneut entscheidend verändern. Die bei Unwettern, Starkregen oder Schneeschmelze anfallenden Wassermassen gelangen dann nicht mehr wie aktuell in den See und die ehemaligen natürlichen gewachsenen Überschwemmungsflächen (Hochwasserrückhalteareale, Auen), sondern werden ungebremst auf kürzestem Weg direkt in die Überschwemmungsgebiete vor Lügde geleitet. Die dann tiefer liegende Altstadt des Ortes und der jetzt neu erbaute Autotunnel unmittelbar in Flusshöhe gelegen, werden zwangsläufig geflutet (-> Am 30.09.2007 Hochwasser am Emmerfluss mit komplett geflutetem Tunnel.)

Aufgrund dieser Kanalisierung des Emmerflusses plant man jetzt in den Emmerwiesen an der Harzberger Straße in Höhe der Brücke (zwischen Schiedersee und Lügde gelegen) einen gewaltigen Deich zu errichten. Dieser soll anfallendes Hochwasser vor Lügde großflächig aufstauen (Rückhaltebecken).

Man hat beim Bau des Sees ein bei Stauseen dieser Art unbedingt notwendiges Vorflutbecken, in dem sich Fluss-Sedimente absetzen und abgeschöpft werden können, nicht gebaut. Mit dem jetzt ständigen Eintrag von Schwebstoffen in den See verflacht dieser zusehens, eine völlige Verlandung ist zwangsläufig die Folge.
Um den Stausee in der jetzigen Form zu erhalten, wird er alle 3 bis 4 Jahre aufwendig ausgebaggert, der See ist damit eine Dauerbaustelle. Diese ständigen Eingriffe in natürliche Abläufe im See und die fragwürdige Entsorgung des kontaminierten See-Schlamms auf einer hierzu einfach zur Sondermüll deklarierten landwirtschaftlichen Fläche sind ökologisch gesehen ein Desaster. Die Kosten für das Absaugen von Schlamm aus dem See im Frühjahr 2004 beliefen sich auf mehrere Millionen Euro. Bei dieser Maßnahme, ca. 450000 qm Schlamm wurden dem See entnommen, wurde nicht einmal der gesamte See vollständig entschlammt, sondern lediglich eine Fahrrinne für das private Motorschiff "SchiederSee" angelegt.
Die für diese Maßnahmen notwendigen Gelder sollen nach dem Willen der Verantwortlichen, das sind die Stadt Schieder, der Kreis Lippe und der Landesverband Lippe, auch weiterhin vom Steuerzahler aufgebracht werden. - Die See-Unterhaltskosten sind nicht durch Einnahmen aus dem relativ bescheidenen Fremdenverkehr gedeckt. Der Emmerstausee ist damit aus ökonomischer Sicht ein Faß ohne Boden und sogesehen eine effektiv arbeitende Geldvernichtungsanlage.

Die Tatsache, dass Stauseen sich naturgemäß in einem ständigen Verlandungsprozess befinden, gilt es auch am Emmerstausee zur Kenntnis zu nehmen. Es ist daher das Gebot der Stunde verantwortungsvoll mit Steuergeld umzugehen und erneute kaum erfolgversprechende Kraftanstrengungen gegen die zwangsläufige Verlandung eines relativ nutzlosen Sees jetzt zu beenden.
Damit würde auf natürliche Weise und ohne jegliches Zutun aus der jetzigen Seefläche langfristig betrachtet ein wertvolles Biotop.

Problembereiche am Emmerstausee:
  1. Bedrohung des Gewässerzustands u.a. durch natürliche Verlandung und unaufhaltsames Pflanzenwachstum im überdüngten Seewasser.

  2. Flächenverbrauch durch eine kommerzielle Freizeitvermarktungsfirma, die sich mit fragwürdigen, lautstarken Fun-Angeboten um den See herum breitgemacht hat, ferner die anvisierten 250 Ferienhäuser an den Wohnsiedlungen, die den massiven Protest der Bevölkerung bereits ausgelöst hat.

  3. unzureichendes Verständnis für zwangsläufige Abläufe in der Natur bei Planern und Betreibern (Hochwasserproblematik, Auenlandschaften)

  4. Fehlen eines vertretbaren nachhaltigen Konzepts im Umgang mit Naturressourcen; kurz gesagt: was soll mit dem See und den ihn umgebenen Flächen langfristig geschehen? (z.B. Pleite des Investors)

  5. Eine genaue Kosten- Nutzungsanalyse zur Seenutzung verbietet jegliche Investition aus Steuermitteln zum Unterhalt des Stausees. Die Praxis hat gezeigt, dass alle bisher durchgeführten kostenintensiven Maßnahmen zum Erhalt des Sees schon nach kurzer Zeit wirkungslos verpufft sind. - Der Kreis Lippe z.B. hat aktuell eine pro Kopf Verschuldung von 19400 €. - Erneut Steuergeld in den Schiedersee zu pumpen wäre ein verantwortungsloser Beitrag zur Erhöhung der Neuverschuldung unseres Staates.

Welche Maßnahmen sind geplant?
  1. Weitere möglicherweise gewinnbringenden ("Fun"-)Flächen, die den See umschließen, werden an private Investoren verkauft, wobei die kostspielige und aufwendige Instandhaltung des Schiedersees aber weiterhin mit öffentlichen Geldern erfolgen soll.

  2. Seeumbau: Die sogenannte "Eingebettete Umflutungsmaßnahme" sollte bis 2014 durchgeführt werden. Hier wird der Stausee mangels zur Verfügung stehender Fläche zunächst um ca. 1/3 verkleinert. Auf der damit gewonnenen Fläche soll der Emmerfluss in einem künstlichen Kanal am See vorbei geführt werden. Um den verbleibenden Restsee vor dem Austrocknen zu schützen, wird er zukünftig über den nach dem Großbrand in Schieder-Schwalenberg mit Chemikalien verseuchen Niesefluss, dieser führt bis zu 8% der Wassermenge des Emmerflusses, mit Wasser, Sediment und giftigen chemischen Stoffen versorgt. Diese zunächst auf über 16 Millionen Euro (ohne Folgekosten) veranschlagte und fälschlicherweise als "Renaturierung" bezeichnete Maßnahme soll aus Steuermitteln der Wasserwirtschaft NRW bezahlt werden.

    An dem vom Fremdenverkehrszirkus umgebenen und ständig mit schwerem Gerät durchgewühlten Schlammsee ist schon jetzt nichts Natürliches und Erhaltenswertes mehr vorhanden, was hier diese finanzielle Förderung von Renaturierungsmaßnahmen rechtfertigen könnte. - Im Gegenteil, nur wenn man den See sich selbst überlässt, kann sich - langfristig gesehen - wieder ein natürliches Ökosystem einstellen.

  3. Das jetzt ca. 19 Jahre alte wirtschaftlich arbeitende Wasserkraftwerk soll im Zuge der Flußkanalisierung ("Umflutung Schiedersee") dauerhaft außer Betrieb genommen oder sogar abgerissen werden.

  4. Der von den Behörden beabsichtige Verkauf des Schiedersees und der ihn umgebenen Flächen und Gebäude bestätigt, wie hoffnungslos es um die Wirtschaftlichkeit des Stausees aktuell bestellt ist. Wie es heisst, soll es sogar einen "Verkaufsmanager" für den SchiederSee geben. U.a. will er 250 Ferienhäuser und einen Erlebnispark in den feuchten Wiesen am Emmerfluß mit dem Geld von möglichen Geldgebern errichten lassen.

Die angesprochene "Umflutungsmaßnahme" bewirkt unüberschaubare Folgeprobleme für den Stausee:
Ausgelöst durch zuwenig Frischwasserzulauf über den Niesebach entsteht zwangsläufig ein gefährlicher, sauerstoffarmer, übel riechender Brach-Tümpel. Hier soll die oben beschrieben Wasserpumpanlage mit 288kWh Stromverbrauch pro Tag Frischwasser aus dem Fluß Emmer in den See einleiten. Es ist mit Fischsterben und unkontrolliertem natürlichen Wasserpflanzenwachtum zu rechnen. Zudem prognostizieren Fachleute eine Verschärfung der Hochwassersituation weiter flussabwärts u.a. in Lügde und Bad Pyrmont, was weitere kostspielige Baumaßnahmen wie Rückhaltebecken, wie bereits bei Wöbbel fertiggestellt, zur Folge haben wird.
Bei jedem Hochwasser gelangen nach wie vor Unmengen sedimentbelastetes Wasser in den See, seine natürliche Verschlammung ist damit NICHT unterbunden.


Ansprechpartner:
    Lt. Bericht der Deister und Weser Zeitung vom 29.03.2006 zeigt sich der Fachgebietsleiter für Bauen und Umwelt beim Kreis Lippe Herr Helmut Diekmann in Sachen Schiedersee verantwortlich: Helmut Diekmann || Felix-Fecherbach-Str. 5 || 32754 Detmold || Fon: 05231/62-617 || Fax: 05231/62-5186 || eMail: h.diekmann@lippe.de (u.a. auch Mitwirkung bei "Kampfdörfer Truppenübungsplatz im Naturpark Senne")