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U M W E L T K A T A S T R O P H E am S C H I E D E R S E E
Die Alternative für den mit giftigen Chemikalien verseuchten Freizeitsee nach dem Großfeuer in Schwalenberg:
Die natürliche Seeverlandung.

Montag, 12. April 2010:
Feueralarm in Schieder-Schwalenberg

Auf Grund eines Großfeuers im "Sondermüll-Entsorgungsunternehmen" OWL Entsorgungs GmbH & Co. KG, 32816 Schieder-Schwalenberg sind mehrere hunderttausend Liter hochgiftige flüssige Substanzen entwichen.
Ca. 300 Einsatzkräfte aus den Kreisen Lippe, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn sowie aus der Stadt Bielefeld wurden an den Brandort beordert, konnten aber nicht verhindern, dass der gesamte Betrieb den Flammen zum Opfer fiel.
Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Die meist brennenden Substanzen bahnten sich ihren Weg über die Straßen zur Kanalsitation bis hin in den 'Lippe-Bach', den Fluß Niese, dann in den nahen Emmerfluß und schließlich in den Schiedersee. Bei wenig Fließgeschwindigkeit hier im See setzen sich die mitgeführten giftigen Stoffe im Seeschlamm ab und tragen langfristig zu dessen Verseuchung bei.

Die negativen Auswirkungen dieses Ereignisses auf Luft und Wassser sowie Pflanzen- und Tierwelt im näheren Einzugsbereich dieses Großfeuers sind gewaltig und nachhaltig.
  • Der 'Lippe-Bach', das ist der Bachlauf der direkt am Brandort vorbeiläuft bevor er in den Fluß Niese mündet, ist total verseucht und völlig tot und jetzt ohne tierisches Leben. Das Bachbett muß kostenintensiv ausgebaggert und als Sondermüll entsorgt werden. Beide Gewässer befinden sich in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet.
  • Auch der Niesefluß ist völlig tot. Dort will man allerdings nichts weiter unternehmen und nur auf die 'Selbsheilungskräfte' der Natur hoffen. Dennoch sieht man die städtischen Bediensteten des Bauhofes Schieder im Fluß stehen. Mit Schüppe und Eimer bewaffnet versuchen sie unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit die stinkende, giftige Brühe oberflächlich zu entfernen.

  • Ein Narr ist, der glaubt, dass natürlich "überhaupt keine Gefahr", wie es immer so schön heisst, für den Schiederstausee besteht. Bekanntlich dauert es Jahre, bis die Giftstoffe aus dem Zuflüssen ausgewaschen sind und sich am Ende im Schiedersee abgesetzt haben. - Ungeschönte, bzw. unabhängige, korrekte Berichterstattung über diese Katastrophe und die Folgen für den Stausee könnte Fremdenverkehr und Wassersportaktivitäten hier beeinträchtigen zudem auch den Nutzen der geplanten Großbauprojekte (See-Umflutung und -Ausbaggern) besonders deutlich in Frage stellen.
Die Folgen für den Schiedersee:

Muß man den verlandenden See der jetzt mit den Chemikalien zusätzlich kontaminiert ist, erneut ausbaggern. Dieser anfallende verseuchte Seeschlamm ist als Sondermüll zu behandeln und muß als solcher ordnungsgemäß entsorgt werde.

Das bisher praktizierte fragwürdige simple Ausbringen der angeschwemmten, abgelagerten Sedimente aus dem See auf einer nahen Ackerfläche ist nach dieser Chemie-Katastrophe nicht mehr möglich.

Dieser "Chemie-Altlasten Unfall Schieder-Schwalenberg" wirft grundsätzliche Fragen auf:
  1. Wieso darf ein 'Entsorgungsbetrieb' hunterttausende Liter giftiger, brennbare Substanzen in einer ungeeigneten Lagerhalle bzw. im Freien ungesichert lagern?
  2. Wie ist es möglich, dass die Chemikalien in einem Brandfall 'über die Strasse' und in die Kanalisation fließen können?
    Hinweis:
    Gibt es nicht die strengen Bauvorschrift für Privatleute und deren Ölheizungen, die für solche Fälle eine dichte 'Wanne' um den Öltank zwingend vorschreiben? Ist eine solche Absicherung für einen zig-'100000-Liter-Gift-Lager-Betrieb' analog dazu nicht erforderlich?
  3. Besitzt dieser Betrieb überhaupt eine amtl. Zulassung zur Lagerung von hochtoxischen Stoffen?
  4. Warum wurde das Firmengelände nicht vorschriftsmäßig gesichert und bewacht?
  5. Haben sich die zuständigen Ämter wie u.a. Gewerbeaufsichtsamt, Kreis Lippe etc. hier über die ordnungsgemäße Lagerung des Sondermülls informiert?
  6. Warum soll es KEINEN Untersuchungsauschuß zu dieser Katastrophe geben?
  7. Gibt es Notfallpläne bei der Feuerwehr bzw. beim "Entsorgungsunternehmen"?
  8. Warum war die Feuerwehr nicht über die gelagerten giftigen Substanzen im Vorfeld informiert worden?
    Feuerwehrleute berichten, man wusste nicht, was dort in Flammen steht. - Man mußte eine 2,5 km lange Schlauchleitung bauen, über die das Löschwasser zum Brandherd herangeführt wurde.
  9. Wer kommt für den angerichteten Schaden auf? Es stehen u.a. die Renaturierung der Gewässer an, der Schiedersee kann aufgrund der Verseuchung in der jetzigen Form nicht mehr wie gewohnt restauriert bzw. genutzt werden.
  10. Wer begleicht die Kosten für den Feuerwehreinsatz? - Wo sind die Verantwortlichen der Sondermüll-Entsorgungsunternehmen OWL Entsorgungs GmbH & Co. KG, 3816 Schieder-Schwalenberg?
  11. Sind entsprechende Strafanträge gegen die aufsichtführende Behörden und die Verantwortlichen der Fa. gestellt worden?
  12. Sind die aktuellen Vorbereitungen für erneutes Seeausbaggern gestoppt worden um den Grad der Seeverschmutzung verlässlich bestimmen zu können?
  13. Entnimmt die Stadt Lügde aus dem Fluß Emmer weiterhin über das Uferfiltrat Trinkwasser (Brunnen "Fuchsholz")?
  14. Das verunreinigete Löschwasser und die giftgen flüssigen Abfälle werden in Höhe der Kläranlage Schieder nach dem "VERDÜNNUNGSPRINZIP" - z.B. wird einer Menge von 8 qm Flußwasser 1 Liter Giftbrühe zugesetzt - relativ "kostengünstig" in den Emmerfluß eingeleitet. (Siehe Bericht in der Lippischen Landeszeitung vom 15.04.2010)
Aus den Fehlern hat man bis heute leider N I C H T S gelernt. Heute am 21.7.2010 stehen die nicht verbrannten Giftbehälter nach wie vor gestapelt und völlig ungeschützt im Freien... . Diese Plastikbehälter sind NICHT UV beständig, damit ist die nächste Umweltkatastrophe schon vorprogrammiert.
Eine Überprüfung des Firmengeländes zeigt am 5.8.2011 ein erfreuliches Bild: Alle Behälter sind verschwunden, das ehemalige Gelände ist besenrein und von allem Schrott befreit.

Die nächste Katastrophe ist bereits in Vorbereitung:

Unweit des Schiedersees ist der Bau eines PSW (Pumpspeicherwerk) im besonders geschützen FFH Naturschutzgebiet Schieder-Schwalenberger Wald in Vorbereitung.
Unter Einbeziehung des Emmerwassers sollen in der Region zu diesem Zweck 2 riesige Wasserbecken für die Industieanlage PSW entstehen. Diese Baumaßnahme bedeutet für die unberührten und unter EU-Schutz stehenden Flächen mit ihrem natürlichen Lebensräumen für wildlebende Tiere und Pflanzen aber auch für die unbelasteten Trinkwassereinzugsflächen das sichere Aus. Gewaltige Überschwemmungen durch die hier aufgestauten Wassermassen in anliegenden Gemeinden können nicht ausgeschlossen werden.

Eine weitere unnötige Umweltzerstörung in der Region, die verhindert werden kann.