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SCHIEDERSEE-UMBAU, die sogenannte UMFLUTUNG und die HOCHWASSER in LÜGDE

Starke Niederschläge im Einzugsgebiet des Emmerflusses haben in Lügde immer wieder zu Überschwemmungen geführt (siehe Abb).
Jetzt schaut man besorgt auf geplante Baumaßnahmen, wo flussaufwärts die "Kanalisierung Schiedersee" vorgenommen werden soll. Zur Verminderung der Sedimentablagerungen in diesem künstlich angelegten Stausee und der damit verbundenen schnellen Verlandung soll dieser zunächst um ca. 1/3 verkleinert und auf der so gewonnenen Fläche der Emmerflusses nicht mehr wie bisher durch den See, sondern in einem Kanal am See vorbei geführt werden.

  1. Zu diesem Projekt hat der Kreis Lippe mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, die belegen sollen,

    dass mit der Kanalisierung des Emmerflusses die Verlandungsproblematik am See durch diese erneuten Baumaßnahmen weitgehend gelöst ist und die Überschwemmungsgefahr durch die Flusskanalisierung in der Gemeinde Lügde gebannt wird.

    Mit diesen Aussagen entledigen sich die hier zuständigen Behörden in sträflicher Weise ihrer Verantwortung. Die in den Gutachten gemachten Feststellungen werden in keiner Weise den Erfordernissen einer sachgerechten Einschätzung der schwierigen Wassersituation in der gesamten Flussebene der Emmer gerecht. Punktuelle Baumaßnahmen am Fluss zur möglichen Verbesserung einer lokalen Problematik (Sedimentablagerungs_Reduktion) haben darüber hinaus auch Auswirkungen auf den weiträumigen Flussverlauf. Die bewusste Vernachlässigung vorhandener Überschwemmungsflächen durch den geplanten Kanal (Umflutung genannt) stellt einen besonders folgenschweren Eingriff in den Wasserhaushalt des Emmertales dar. Es drängen sich ernsthafte Zweifel auf, ob erneuter Einsatz öffentlicher Gelder zum Seeumbau gerechtfertigt werden kann. Erfahrungsgemäß sind damit nur weitere Katastrophen (u.a. Wasserpflanzen im See, Überschwemmungen) vorprogrammiert.

  2. Ein natürliches ökologisches Flusssystem reagiert auf Veränderungen äußerst empfindlich und ist damit nicht berechenbar. Es gilt vielmehr zu diskutieren, ob

    • ein weiterer kostspieliger Nachbesserungsversuch mit ungewissem Ausgang zur Abwehr von Verlandung durch Sedimentablagerungen und Wasserpflanzen im See angegangen werden soll, oder

    • die jetzt angesagte natürliche Verlandung des SchiederSees zu einem wertvollen, sich selbst überlassenden Feuchtwiesen-Biotop, weiteren regionalwirtschaftlichen Schaden vermeiden hilft.

  3. Das neue, umweltfreundlich arbeitende Wasserkraftwerk SchiederSee, welches vor gut 16 Jahren aufwändig errichtet wurde, soll im Zuge der Kanalisierungs-Baumaßnahmen wieder stillgelegt werden. Gerade diese Maßnahme widerstrebt moderner Denkart, wonach alle natürlichen Recourcen zur ökologischen Energiegewinnung genutzt werden sollen.

  4. Bei aller Technikgläubigkeit hat bei solchen Entscheidungen die Bevölkerung im Mittelpunkt zu stehen, die weiter flussabwärts mit schöner Regelmäßigkeit unter den Hochwassern zu leiden haben. Evakuierungen von Gebäuden und Gespräche mit einem Notfallseelsorger sind keine dauerhaften Lösungen. (-> 30.07.2007)
Es stellt sich somit die grundsätzliche Frage, wozu wir überhaupt einen Freizeitsee benötigen, dessen Einnahmewirkungen zunehmend fraglich erscheinen, wo doch das einzig Gewinnbringende, das Wasserkraftwerk, im Zuge dieser Maßnahmen abgeschaltet werden soll. - Festzustellen ist, der Emmerstausee hat bisher Kosten im 3-stelligen Millionen Bereich verursacht, die durch keinerlei Einnahmen gedeckt werden konnten. Aktuell werden für die Kanalisierungsmaßnahmen ca. 40 Millionen Euro ausgegeben.
Aktuelle Angebote von Bau-Firmen belegen diese Kosten. Es ist zudem davon auszugehen, dass, wie bei öffentlichen Aufträgen üblich, der Bau der Umflutung am Ende noch TEURER wird.

Wir möchten mit unserer Information "Schiedersee verlandet" zur aktiven Diskussion über das geplante Vorgehen der verantwortlichen Behörden beitragen.

Immanuel Kant sagt: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."



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