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A B G E S C H A L T E T - Wasserkraftwerk SchiederSee

Das Wasserkraftwerk Emmer-Stausee bei Schieder-Schwalenberg erzeugte eine elektrische Leistung von 1300 MW / Jahr. - Jetzt nach der Flussumleitung aber wird mit elektrische Pumpen Wasser aus dem Emmerfluss in den See befördert. Das dient der Aufrecherhaltung des gewünschten See-Wasserstandes (Verdunstungsausgleich) und soll zudem das biologische Umkippen des Sees zur Kloake verhindern. Der Strom für die Pumpen wird dem öffentlichen Netz entnommen.

Im Zuge der Kanalisierung des Emmerflusses verkommt diese Anlage (Bauj. 1996) zum technischen Museum, ein unzeitgemäßes Vorgehen. Die Kraftwerksanlage kann aber wieder in Betrieb gehen, wenn man im nächsten Schritt der natürlichen Verlandung des Sees nicht mehr entgegenwirkt - oder grundsätzlich überschüssiges Wasser von See NICHT über das Wehr "entsorgt", sondern zur Stromgewinnung nutzt.


Der Emmerfluss wurde im Jahr 1983 zwischen Schieder und Harzberg gestaut. An der Staumauer ergab sich eine Wasserhöhendifferenz von bis zu 10 Metern zwischen Seehöhe und dem abfliessendem Fluss. Im Jahr 1996 errichtete man ein vollautomatisch arbeitendes 0,3 MW Wasserkraftwerk. Ein großer Teil des Emmerflusses passiert hier die Turbine und wird zur Stromgewinnung genutzt, der andere Teil des Flusswassers stürzt über das hydraulisch steuerbare Wehr an der Staumauer ungenutzt in die Tiefe, energetisch gesehen nicht von Vorteil, denn so speist das Wasserkraftwerk weit weniger elektrische Energie ins öffentliche Netz, als möglich wäre. Bei gewissenhafter Steuerung und optimaler Nutzung der potentiellen Energie aus dem Seewasser könnte die Anlage mehr als die doppelte Strommenge dem Netz übergeben.

Die Kraftwerksanlage liegt etwas versteckt aber unmittebar an der Staumauer auf der vom See abgewandten Seite. Das Maschinenhaus kann ganztägig kostenlos besichtigt werden.

Nach neuen Plänen der Verantwortlichen beim Kreis Lippe soll das Wasserkraftwerk jetzt abgeschaltet werden, da der 'Energielieferant' Emmerfluss in einem künstlichen Kanal an der Anlage vorbei geführt werden soll. Der See selbst wird seine jetzige Funktion verlieren; er soll plangemäß zum Schrumpfgewässer umgebaut werden und dabei ein Drittel seiner Grösse einbüßen. Zukünftig wird er dann ohne ausreichenden Frischwasserzulauf dahindümpeln.

Sollten diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, wird es umweltfreundliche Energiegewinnung durch ein Wasserkraftwerk am Schieder-See nicht mehr geben. In den aktuellen Bauplänen zum Umflut Schiedersee sucht man diese Anlage vergeblich.

Damit wir uns eine Vorstellung von der Wassermenge (qm/sec) machen können, die jetzt zur Energiegewinnung am Wasserkraftwerk Schiedersee ansteht, bedienen wir uns der Wasserstand Meßeinrichtung Emmer-Fluss. - (Erklärung zum Diagramm: Eine geführte Wassermenge von ü. 280 qm/sec kann im Emmerfluß nicht odnungsgemäß abfließen, es kommt zu übermäßigem Wasserstau und damit zu zerstörenden Überschwemmungen in Lügde.)

Welchen Nutzen die Wasserkraftanlage SchiederSee für die Umwelt hat, wird deutlich, wenn man vergleichsweise die in einem Durchschnittsjahr erzeugte Energiemenge anstatt mit Wasserkraft durch die Verbrennung von Steinkohle hätte erzeugen müssen. - Man vermeidet damit pro Jahr folgende Nebenprodukte:

- 5600 kg So2
- 3500 kg Nox
- 35000 kg Asche und Stäube



Prinzipdarstellung des Wasserkraftwerks am Emmerstausee